Veganuary im Januar, der Welttierschutztag im Oktober, der Vegane Welttag am 1. November: Es gibt immer mehr Anlässe im Jahr, bei denen vegane Ernährung in den Fokus rückt. Und genau in diesen Momenten greift man bei Rewe, Edeka oder dm besonders bewusst zur Verpackung und sucht nach einem verlässlichen Zeichen: Ist das hier wirklich vegan? Die Antwort geben vegane Logos und Siegel, und wer diese kennt, kauft schneller, sicherer und mit einem besseren Gefühl ein.
Gleichzeitig sind Vegan-Logos keine reine Orientierungshilfe beim Einkaufen. Sie stehen für ein ganzes System aus Prüfprozessen, unabhängiger Kontrolle und verbindlichen Standards. Wenn du verstehst, welches Siegel was bedeutet und von wem es vergeben wird, kannst du einschätzen, wie viel Vertrauen du ihm entgegenbringen möchtest.
Warum Vegan-Logos beim Einkauf wirklich helfen
Zutatenlisten können lang, unübersichtlich und gespickt mit Fachbegriffen sein, die nicht sofort erkennbar tierischen Ursprung haben. Casein und Whey sind Milcheiweiße. Laktose kommt aus Milch. Albumin stammt aus Ei. Gelatine wird aus Tierknochen und -häuten gewonnen. Schellack (E904) ist ein tierischer Lack, der häufig auf Süßigkeiten und Tabletten zu finden ist. Carmin (E120), ein roter Farbstoff, wird aus Cochenilleläusen hergestellt. Und Lanolin in Kosmetikprodukten ist ein Schafwollwachs.
All das steht zwar auf der Zutatenliste, ist aber nicht auf den ersten Blick als nicht-vegan erkennbar. Ein verlässliches Vegan-Logo auf der Verpackung bedeutet: Jemand hat das für dich überprüft. Die Zutaten wurden kontrolliert, Produktionsprozesse wurden unter die Lupe genommen und der Hersteller hat sich verbindlich zu Transparenz verpflichtet. Das spart Zeit und gibt Sicherheit.
Die bekanntesten veganen Siegel in Deutschland auf einen Blick
| Logo / Siegel | Vergeben durch | Seit | Verbreitung in DE | Tierversuche ausgeschlossen | Externe Prüfung |
|---|---|---|---|---|---|
| V-Label vegan | ProVeg e.V. (DE), EVU international | 1996 | Sehr hoch (Rewe, Edeka, Aldi, dm, Lidl) | Ja | Ja |
| Vegan Flower (Vegan Society) | The Vegan Society (GB) | 1990 | Mittel (Reformhaus, Onlineshops) | Ja | Ja |
| PETA-Approved Vegan | PETA Deutschland e.V. | 2012 | Mittel (Kosmetik, Mode, Food) | Ja | Nein (Selbstauskunft) |
| EcoVeg | Vegetarismus e.V. | 2015 | Gering (Naturkostfachhandel) | Ja | Ja |
| Eigendeklaration „vegan“ | Hersteller selbst | variiert | Sehr hoch (alle Handelsformen) | Nicht garantiert | Nein |
Das V-Label: Das meistverbreitete Siegel in Deutschland
Das V-Label ist das bekannteste vegane Siegel im deutschsprachigen Raum. Es feierte 2026 seinen 30. Geburtstag und ist heute auf über 70.000 Produkten in mehr als 50 Ländern zu finden. In Deutschland wird es von ProVeg e.V. vergeben, der größten deutschen Tierschutzorganisation mit Fokus auf pflanzenbasierte Ernährung.
Es gibt zwei klar unterschiedliche Varianten: Das vegane V-Label erlaubt keinerlei tierische Inhaltsstoffe, keine tierischen Verarbeitungshilfsstoffe und schließt Tierversuche aus. Das vegetarische V-Label hat seit einem Redesign einen auffällig grünen Rahmen bekommen, um die Verwechslungsgefahr zu reduzieren. Beim Kauf immer genau schauen, welche Variante du vor dir hast.
Das V-Label findest du im Alltag auf Produkten wie:
- Pflanzenmilch von Oatly, Alpro, Alnatura und dm Eigenmarke DmBio
- Vegane Aufschnitt-Alternativen von Rügenwalder Mühle (Vegane Mortadella, Schinken-Spicker) und Wheaty
- Süßigkeiten von Vivani (vegane Schokolade, Denn’s Biomarkt, Alnatura) und Katjes (vegane Fruchtgummi-Sorten)
- Kosmetik von Lavera (Denn’s, Reformhaus) und Alverde (dm)
- Reinigungsmittel von frosch (Rewe, dm) und Sodasan (Alnatura, Denn’s)
Hersteller müssen für die Zertifizierung ihre Zutatenlisten vollständig offenlegen, Produktionshilfsstoffe angeben und Kreuzkontaminationsrisiken bewerten. Die Vergabe ist nicht einmalig, sondern wird regelmäßig überprüft. Das macht das V-Label zu einem der verlässlichsten veganen Siegel überhaupt.
Die Vegan Flower: Das älteste Siegel der Welt
Die Vegan Flower der britischen Vegan Society existiert seit 1990 und gilt als ältestes veganes Siegel weltweit. Rund 40.000 Produkte tragen dieses Zeichen, darunter viele internationale Marken. In Deutschland findest du es häufiger im Reformhaus oder in Online-Shops wie vekoop.de oder alles-vegetarisch.de als im normalen Supermarkt.
Die Kriterien der Vegan Society sind streng: Keine tierischen Inhaltsstoffe, keine tierischen Produktionshilfsmittel, kein Tierversuch, und selbst Fermentationsprozesse müssen darauf geprüft werden, ob tierische Stoffe involviert waren. Das Siegel gilt für Lebensmittel, Kosmetik, Kleidung und Reinigungsmittel. Wenn du ein Produkt mit der Vegan Flower siehst, kannst du dir sicher sein.
PETA-Approved Vegan: Sichtbar im Kosmetik-Regal
Das PETA-Approved Vegan-Logo wird besonders häufig im Kosmetik- und Modebereich vergeben. Anders als beim V-Label oder der Vegan Flower basiert es allerdings auf einer Selbstauskunft des Herstellers, ohne externe Überprüfung vor Ort. Das bedeutet nicht, dass die Produkte nicht vegan wären, aber das Vertrauen liegt stärker beim Hersteller selbst.
In der Praxis findest du das PETA-Logo auf Produkten von Marken wie L’Occitane vegan line, Urban Decay, NYX Professional Makeup und verschiedenen deutschen Naturkosmetikmarken. Bei Kleidung bedeutet vegan-zertifiziert durch PETA zusätzlich: kein Leder, keine Wolle, keine Daunen, keine Seide.
Saisonale Anlässe: Wann besonders auf Vegan-Logos achten lohnt
Rund um den Veganuary im Januar und den Veganen Welttag am 1. November lohnt sich ein besonders aufmerksamer Blick ins Regal. In diesen Zeiträumen bringen Rewe, Edeka, Aldi und Lidl regelmäßig Sonderangebote und neue vegane Produktlinien auf den Markt. Hausmarken wie Rewe Bio, Gut & Günstig (Edeka) und Vemondo (Lidl, über 100 vegane Artikel, viele mit V-Label) haben ihre veganen Sortimente in den letzten Jahren erheblich ausgebaut.
Das ist ein guter Moment, um neue Produkte zu entdecken und dabei auf die Siegel zu achten. Wenn ein Produkt „vegan“ aufgedruckt hat, aber kein offizielles Siegel trägt, ist das kein automatisches Warnsignal. Aber bei Eigendeklaration ohne Siegel lohnt ein kurzer Blick in die Zutatenliste, weil keine externe Kontrolle stattgefunden hat.
Vegane Produkte nach Kategorie: Wo du was findest
Hier eine Übersicht der Produktbereiche, in denen vegane Logos besonders hilfreich sind:
- Lebensmittel: Pflanzenmilch (Oatly, Alpro, Alnatura), vegane Aufschnitte (Rügenwalder Mühle, Wheaty, Like Meat bei Rewe/Edeka), Joghurt-Alternativen (Alpro Soja, Oatly Hafer), veganer Käse (Violife bei dm und Rewe, Simply V Reibekäse), veganer Quark (Provamel Alpro), pflanzliche Butter (Alsan, Sojola)
- Kosmetik: Duschgel und Shampoo von Alverde (dm, V-Label vegan), Pflege von Lavera (Denn’s, Reformhaus, V-Label), Lippenpflege von i+m Naturkosmetik (Denn’s, online), Sonnenschutz von Weleda vegan line, Deodorant von Ben & Anna (Denn’s, dm)
- Süßigkeiten: Schokolade von Vivani (Alnatura, Rewe Bio), iChoc (Denn’s Biomarkt), vegane Weingummi von Katjes (Rewe, dm), Trolli Saure Glühwürmchen (Aldi, ohne Gelatine hergestellt), vegane Marshmallows von Yummallo (online)
- Haushalt und Reinigung: Spülmittel von frosch (V-Label, dm, Rewe), Sodasan Waschmittel (Alnatura, Denn’s), Ecover Allzweckreiniger (Rewe, dm)
- Mode und Accessoires: Vegane Schuhe von Ethletic (online, Reformhaus), Taschen von Veja vegan line, Kleidung von Armedangels vegane Kollektion
Eigendeklaration ohne Siegel: Wie verlässlich ist das?
Viele Produkte deklarieren sich selbst als vegan, ohne ein offizielles Siegel zu tragen. Das ist legal und oft korrekt. Discounter wie Aldi und Lidl prüfen ihre Eigenmarken intern und deklarieren sie entsprechend, schicken sie aber nicht zur externen Zertifizierung, weil das Kosten und Aufwand bedeutet. Das vegane Olivenöl von Aldi ist trotzdem vegan.
Wenn du bei einem Produkt unsicher bist, gibt es schnelle Hilfe: Die App CodeCheck (kostenlos, iOS und Android) scannt Barcodes und zeigt dir sofort, ob ein Produkt als vegan eingestuft ist. Die App HappyCow hilft eher bei Restaurants, hat aber auch eine Produktsuche. Wer es noch einfacher mag: Viele Supermärkte haben ihre veganen Eigenmarken-Produkte mittlerweile auf ihrer Website aufgelistet.
Mein Einstiegs-Tipp: Lerne die fünf häufigsten nicht-veganen Inhaltsstoffe auswendig: Milch (und Derivate wie Casein, Laktalbumin, Butterfett), Ei, Butter, Gelatine und Honig. Wer das im Kopf hat, kann Zutatenlisten in Sekunden überfliegen und braucht für die meisten Alltagsprodukte gar keine App mehr.
Häufige Fragen zu veganen Logos
Ist ein Produkt ohne Vegan-Logo automatisch nicht vegan?
Nein, keineswegs. Viele Produkte sind vegan, ohne ein offizielles Siegel zu tragen. Die Zertifizierung ist freiwillig und verursacht Kosten. Besonders Eigenmarken der Discounter verzichten häufig auf externe Siegel, deklarieren ihre Produkte aber trotzdem korrekt. Ein Blick auf die Zutatenliste und der Schriftzug „vegan“ auf der Packung sind in vielen Fällen verlässliche Hinweise, solange du die typischen nicht-veganen Inhaltsstoffe kennst.
Was ist der Unterschied zwischen V-Label vegan und V-Label vegetarisch?
Das vegane V-Label erlaubt keinerlei tierische Inhaltsstoffe, also auch keine Milch, Eier, Honig oder Bienenwachs. Das vegetarische V-Label lässt diese Zutaten zu. Seit dem Redesign ist der Unterschied optisch klarer: Das vegetarische Label hat einen auffälligen grünen Rahmen. Beim Kauf immer genau schauen, auf welchem Typ das jeweilige Produkt liegt.
Gilt ein Vegan-Logo auch für Kosmetik und Mode?
Ja. Sowohl das V-Label als auch die Vegan Flower werden für Kosmetik, Reinigungsmittel und Textilien vergeben. Das PETA-Approved-Vegan-Logo ist im Mode- und Kosmetikbereich besonders verbreitet. Bei Kleidung bedeutet vegan zusätzlich: kein Leder, keine Wolle, keine Daunen, keine Seide. Das geht über den reinen Lebensmittelbereich hinaus.
Kann ich prüfen, ob ein Vegan-Siegel echt ist?
Ja. Auf der Website von ProVeg unter v-label.com/de gibt es eine Produktdatenbank mit allen zertifizierten Artikeln. Wenn ein Produkt dort nicht auftaucht, obwohl es das V-Label trägt, solltest du den Hersteller direkt anfragen. Die Vegan Society führt eine ähnliche Liste auf ihrer Website. In der Praxis passieren gefälschte Siegel aber selten bei großen Handelsmarken, eher bei kleinen unbekannten Online-Anbietern.
Welches Siegel ist das strengste?
Das V-Label und die Vegan Flower gelten als die verlässlichsten, weil beide externe Prüfungen durch unabhängige Stellen beinhalten und regelmäßig rezertifiziert werden. Das PETA-Logo ist durch seine Selbstauskunft-Basis etwas weniger streng, aber in der Praxis tragen es viele glaubwürdige Marken. EcoVeg kombiniert vegan mit bio und ist interessant, wenn dir beide Aspekte wichtig sind, hat aber eine geringere Marktverbreitung.